Keine Kohlehydrate, abends ab 18 Uhr nichts essen, regelmäßig Sport treiben, viel trinken – es gibt eine ganze Menge, die man – angeblich – beachten muss, wenn man erfolgreich abnehmen möchte. Und für einen Laien ist es nicht einfach, zwischen echt sinnvollen Tipps und überflüssigem zu unterscheiden.

Gerade wenn es um Ernährung und gesund abnehmen geht, ist es wichtig, Dinge im Zusammenhang zu betrachten. Behalten wir also immer das große Ganze im Blick. In jedem Mythos steckt normal auch ein Körnchen Wahrheit, es ist nur die Frage, aus welchem Blickwinkel ich das betrachte.

Am besten wäre es, zwei Abende in der Woche gar nichts zu essen. Das hat aber eher damit zu tun, dass man sich einfach eine komplette Mahlzeit spart. Alternativ wäre es sinnvoll, abends keine Kohlehydrate mehr zu essen beziehungsweise diese auf ein Minimum zu beschränken.

Der Blutzuckerspiegel bestimmt über die Abnahme

Der Blutzuckerspiegel wird durch Insulin beeinflusst, das von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Essen wir Weißbrot, besteht dieses für den Körper gesehen hauptsächlich aus einfachem Zucker. Dieser einfache Zucker wird mit Hilfe des Insulin in die Zellen verfrachtet und dort in Energie umgesetzt. Wird diese Energie nicht verbraucht, wird der Zucker eingelagert. Und das geschieht am einfachsten in Form von Fett.

Jetzt ist es eben so, dass wir im Normalfall nach dem Abendessen keine großen Sprünge mehr machen. Klar, der Körper braucht für die normalen Arbeiten wie Atmen, Verdauung und den Kreislauf durchaus ein paar Kalorien. Allerdings weniger, als wir zu uns nehmen. Viel wichtiger sind Nährstoffe. Und machen wir uns nichts vor: Weißbrot hat keine Nährstoffe. Nicht einmal Ballaststoffe, die nützlich für den Darm wären. Gleiches gilt übrigens für Nudeln und Reis.

Nachts wird repariert

Tagsüber fordern wir unseren Körper. Wir bewegen unsere Muskeln, beanspruchen die Gelenke und essen vielleicht ein paar Sachen, die uns eigentlich nicht wirklich gut tun. Farbstoffe, Pestizide und all der andere Kram sind in den Körper gelangt.

Und nachts, wenn wir schlafen, geht in unseren Organen die Post ab. Die Leber muss all diese Gifte abbauen und in handliche kleine Päckchen packen, die der Darm verdauen und ausscheiden kann. Dazu werden Eiweiß, Vitamine und Nährstoffe gebraucht – und natürlich Energie.

Die Nieren arbeiten ebenfalls fleißig und sortieren die wasserlöslichen Stoffe aus. Nebenbei werden noch kleinere Reparaturarbeiten an Gelenken, Knochen, Zähnen und Arterien vorgenommen. Auch hierzu werden vor allem Nährstoffe benötigt. Hat Dein Körper diese nicht zur Verfügung holt er sie sich von da, wo sie nicht so dringend gebraucht werden. Oder er kann eben keine Reparaturarbeiten vornehmen. Mit Zucker alleine lässt sich eben nichts reparieren.

Stell Dir das vor wie bei einem Handwerker. Der hat das Werkzeug, das er braucht, also einen Hammer, einen Schraubenschlüssel, ein paar Balken, Rohre und all das Zeug. Außerdem ist er fit, ausgeschlafen, gut gelaunt und voller Energie. Nur: Wenn er keine Nägel, keine Schrauben, keine Muttern und keinen Zement hat, kann er rein gar nichts ausrichten.

Klar kann er sich jetzt hier und da bedienen und ein Schräubchen rausdrehen, einen Nagel ziehen und für etwas anderes verwenden. Aber nach einer gewissen Zeit wird das Haus um ihn herum zusammenbrechen.

Abends ab 18 Uhr nichts mehr essen ist durchaus sinnvoll

Kommen wir zurück zu unserem Körper und der Frage: Abends ab 18 Uhr nichts mehr essen – Ist das wirklich wahr? Wenn ich dem Körper jetzt abends keinen Zucker für all diese Arbeiten zur Verfügung stelle, muss er sich die Energie ebenfalls woanders herholen.

Und dafür ist das eingelagerte Fett gut geeignet. Es wäre daher vor allem wichtig, Deinem Körper sowohl den Tag über als auch abends vor allem eine gute Portion Nährstoffe und Vitamine zur Verfügung zu stellen. Denn nur mit den passenden Hilfsmitteln wie Schrauben und Nägeln kann er all die anstehenden Arbeiten auch wirklich ausführen.

So, jetzt wissen wir, dass Abends ab 18 Uhr nichts mehr essen nicht ganz stimmt. Jetzt gibt es aber noch einen zweiten Weg. Es kann nämlich durchaus sinnvoll sein, an maximal zwei Abenden in der Woche das Essen wegzulassen. Biologisch gesehen lebt unser Körper noch in der Steinzeit.

Und da gab es nicht jeden Tag, nicht einmal jeden Abend, eine warme Mahlzeit geschweige denn überhaupt etwas zu Essen. Nach neuestem Forschungsstand ist es tatsächlich förderlich für die Gesundheit, wenn wir Mahlzeiten auslassen. Wichtig ist dabei vor alle, dass das sehr unregelmäßig geschieht und besser nicht zwei Tage aufeinander folgend.

Der Hormesis-Effekt – Die Dosis macht das Gift

Das hat mit dem Hormesis-Effekt zu tun. Der besagt grob erklärt, dass kleine Einheiten von Bitterstoffen wie sie in Pflanzen vorkommen die Zellen stärken. Bitterstoffe werden eigentlich von Pflanzen produziert, um Fressfeinde abzuhalten. Schließlich können Pflanzen weder weglaufen noch sich ducken oder verstecken. Pflanzen produzieren also ein Gift, das auf der Zunge bitter schmeckt.

Wir kennen das vor allem von Brokkoli und anderem ungeliebten Gemüse. Inzwischen weiß man – und der alte Arzt Paracelsus hat das bereits im 16. Jahrhundert vermutet – dass diese kleinen Gifteinheiten uns stärken.

Inzwischen gibt es auch kleine Studien darüber, in denen Männer Sport treiben sollten. Eine Gruppe bekam Sport und Antioxidantien verordnet, die andere sollte nur Sport machen. Die Nur-Sport-Gruppe hatte die besseren messbaren Werte nach ein paar Wochen, als die andere Gruppe. Auch Sport ist eine Art von Stress. Der Körper muss kurzzeitig Höchstleistungen bringen.

Ebenso verhält es sich mit dem Fasten. Bekommt der Organismus über einen kurzen Zeitraum nichts zu essen, läuft alles auf Hochtouren. Und natürlich wird dabei jede Menge Fett verbrannt. Du tust Dir und Deinem Körper also wirklich etwas Gutes, wenn Du ab und an auf das Abendessen verzichtest, kleine Sporteinheiten einbaust und in die Sauna gehst. Mit grünen Smoothies kannst Du außerdem die Hormesis anstoßen und Dein Zellen und Abwehrkräfte stärken.

 

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