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Ingwer – das sind diese komischen braunen Knollen, die man inzwischen in jedem Supermarkt bekommen kann. Wenn Du bisher immer achtlos daran vorbeigegangen bist, solltest Du den folgenden Artikel aufmerksam lesen. Denn Ingwer ist eine Wunderwaffe, die in keiner Küche fehlen sollte und zudem beim gesund abnehmen hilft.

Ingwer – Die tolle Knolle

Wenn wir von Ingwer sprechen ist dabei die Wurzel der Ingwerpflanze gemeint. In Indien und Asien wird Ingwer ebenso wie Kurkuma seit tausenden von Jahren als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Beide Kulturen machen übrigens keinen großen Unterschied zwischen Medizin und Ernährung beziehungsweise sind Meister darin, beides zu kombinieren. Diesbezüglich stecken wir in der westlichen Welt noch in den Kinderschuhen.

Bei uns ist Ingwer seit dem 9. Jahrhundert bekannt. So richtig den Durchbruch hat er allerdings erst in den letzten Jahren geschafft. Der Geschmack von Ingwer ist eine Mischung aus scharf, zitronig und leichter Süße. Dafür sind vor allem die darin enthaltenen ätherischen Öle verantwortlich.

Der Hauptbestandteil ist Gingerol (auf englisch heißt Ingwer Ginger), dieses verleiht dem Ingwer seine Schärfe. Daneben sind auch noch Borneol und Cineol enthalten. Cineol kommt in zahlreichen Pflanzen vor und wird bei Atemwegserkrankungen verwendet.

Gingerol ist nicht nur der Scharfmacher in Ingwer, es hat auch anti-entzündliche Eigenschaften. Außerdem hat es vermutlich Auswirkungen auf die glatte Muskulatur und wirkt darüber auch auf die Gefäße ein – sowohl erweiternd als auch verengend.

Wie Ingwer auf den Körper wirkt

Nach diesem kleinen Ausflug in die chemische Zusammensetzung des Ingwer wenden wir uns der Wirkung auf den Körper zu. Das Gingerol wirkt also entzündungshemmend und dadurch auch schmerzlindernd. In einer kleinen Studie konnte nachgewiesen werden, dass Ingwer in Kombination mit Mastix (einem Harz), Zimt und Sesamöl ebenso gut gegen Arthritis hilft wie Schmerzmittel.

Auch bei Muskelschmerzen nach dem Training hilft Ingwer. 2 Gramm täglich sind hier eine ausreichende Dosis – und das ist wirklich nicht viel. Wie Du ihn am besten zu Dir nimmst erkläre ich später.

Ingwer hat auch Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Du kennst den Effekt, wenn Du etwas scharfes gegessen hast. Im Nu bricht Dir der Schweiß aus und Dir wird furchtbar warm. Das fühlt sich in etwa so an, als hättest Du Dich beim Sport kurzzeitig richtig angestrengt – und vermutlich ist das auch der selbe Effekt.

Sowohl beim Sport als auch bei scharfem Essen läuft Dein Körper auf Hochtouren. Dass Chili anregend auf den Stoffwechsel wirkt ist schon länger bekannt, mit Ingwer hast Du jetzt eine etwas sanftere Waffe zur Hand. Denn Chili ist ganz schön heftig und kann Deinem Magen ganz schön zusetzen. Das passiert Dir mit Ingwer nicht.

Wie Ingwer beim abnehmen hilft

Jetzt hast Du also mit Ingwer den Turbo in Deinem Stoffwechsel eingeschaltet. Doch gucken wir uns zuerst einmal dieses ominöse Wesen namens Stoffwechsel an. Damit sind komplexe Vorgänge im Körper gemeint, die zu einem großen Teil mit Essen zu tun haben. Alles was wir essen wird im Körper umgesetzt. Das ist wie bei einem Motor der Benzin braucht. Dieses Essen sorgt dafür, dass wir satt sind, aber auch, dass unser Immunsystem funktioniert und dass wir glücklich sind.

Klingt komisch, aber Hormone sind für Glücksgefühle zuständig. Und diese Hormone brauchen gewisse Nährstoffe, um überhaupt gebildet zu werden. Wenn Du also ständig Schrott in Dich hinein stopfst, brauchst Du Dich nicht wundern, dass Du dick, träge und unglücklich bist. Dein Körper funktioniert dann zwar auf eine gewisse Weise, mit „Leben“ hat das aber wenig zu tun.

Kommen wir zurück zum Ingwer. Es gibt noch eine weitere gute Nachricht: In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass die Gruppe, die regelmäßig Ingwer zu sich nahm, weniger Appetit hatte und dadurch weniger gegessen hat. Ingwer ist also ein natürlicher Appetitzügler und es gibt keinen Grund mehr, das teure Zeug aus der Apotheke zu kaufen, um endlich abzunehmen.

Ingwer erfolgreich zum abnehmen einsetzen

Jetzt, wo Du weißt, dass Du Ingwer dringend in Deinen Ernährungsplan mit aufnehmen solltest wird es Zeit, über die passende Zubereitung zu sprechen. Bewährt hat es sich, Ingwerwasser zu trinken. Das bedeutet zwar ein wenig Planung und Vorbereitung, aber ohne Fleiß kein Preis. Besonders gut wirkt Ingwer nämlich in warmen Wasser.

Dazu bringst Du in einem Kochtopf 1,5 Liter Wasser zum Kochen. Während das Wasser langsam heiß wird kümmerst Du Dich um den Ingwer. Schneide von der Knolle ein Stück ab, das in etwa so lang wie Dein Daumen ist. Schäle den Ingwer und schneide ihn in Scheiben. Noch besser ist es, wenn Du ihn reibst. Dazu kannst Du einfach eine Käsereibe verwenden. Alternativ geht auch eine Knoblauchreibe.

Wenn das Wasser kocht gibst Du den Ingwer dazu und lässt das ganze auf mittlerer Hitze sieden. Das Wasser sollte nicht mehr kochen, aber weiterhin warm werden. Das ist ein altes ayurvedisches Rezept, denn durch das lange erhitzen der beiden Zutaten – Wasser und Ingwer – über 15 Minuten wird das Wasser mit Energie angereichert.

Wenn Du nicht so viel Zeit hast, kannst Du den Ingwer auch in das kochende Wasser geben und 15 Minuten ziehen lassen. Fülle den Tee dann in eine Thermoskanne und Du kannst den ganzen Tag die Vorzüge des warmen Ingwerwassers genießen. Wenn Du dann noch den Saft einer Zitrone dazu gibst, hast Du einen perfekten Fettkiller und trinkst auch noch ausreichende Mengen.

Ingwer im Essen

Auch Dein Essen solltest Du so oft wie möglich mit Ingwer würzen. Gib beispielsweise 1 TL geriebenen Ingwer in Dein Salatdressing. Du kannst damit auch Deinen Hüttenkäse oder Joghurt würzen. Ingwer passt sowohl zu süßen als auch deftigen Sachen. Wenn Du regelmäßig einen Smoothie trinkst, gib ein daumennagelgroßes Stück Ingwer dazu.

In Kombination mit Kürbis beispielsweise in einer Kürbissuppe entfaltet Ingwer seinen vollen Geschmack. Er passt auch gut zu Kokosmilch, Hähnchen, Karotten, Süßkartoffeln und Obstsalat. In der asiatischen Küche ist er aus kaum einen Essen wegzudenken. Und dass Du Ingwer zu Sushi bekommst, ist sicherlich auch kein Zufall: Roher Fisch und Reis wirken energetisch eher kühlend auf den Körper. Um die Verdauung anzuregen gibt es scharfen Ingwer dazu.